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Künstler

Kaveh Sarvarian

Persische Musik, Jazz

Standort: Madrid

Meister der Ney und Brücke zwischen den Musikkulturen.

Biography

Kaveh Sarvarian wurde 1976 in Teheran geboren und wuchs in Chorasan (Iran) auf. Seine musikalische Reise begann im Alter von 16 Jahren als Autodidakt auf der Tombak, dem wichtigsten Perkussionsinstrument der klassischen persischen Musik. Vom Klang der Ney (der traditionellen Rohrflöte) fasziniert, brachte er sich auch dieses Instrument selbst bei. Trotz begrenzter Ressourcen baute er sein musikalisches Wissen durch das Sammeln und Studieren von Aufnahmen auf, wodurch er tief in die persische Musik eintauchte. Nachdem er gelernt hatte, Musik zu lesen und zu interpretieren, bereitete er sich auf die Aufnahme an der Universität der Künste in Teheran vor, wo er angenommen wurde und seine formale musikalische Ausbildung begann. An der Musikfakultät studierte er klassische persische Musik und erhielt gleichzeitig Privatunterricht in Harmonie, Komposition und westlicher Querflöte. 1998 wurde er beim Nationalen Musikwettbewerb der Universitäten als Bester Flötist ausgezeichnet. Seine erste Komposition, Fuge in Homayoon für Streichquartett, wurde später beim renommierten Fadjr-Festival präsentiert, Irans bedeutendstem Kulturereignis, wo er den Preis als Bester Komponist erhielt. Parallel zu seinem Studium begann er am Höheren Konservatorium und an der Universität der Künste in Teheran zu lehren. Während seines Masterstudiums lernte er den Pianisten und Jazzkomponisten Hamzeh Yeganeh kennen. Ihre künstlerische Zusammenarbeit führte zur Aufnahme von drei Alben und zahlreichen Auftritten. Nach Abschluss seines Studiums trat Sarvarian als Flötist dem Nationalen Sinfonieorchester des Iran bei, dem er vier Jahre lang angehörte. Später veröffentlichte er Quartette für Ney und Moonlight Sky sowie sein erstes pädagogisches Buch, Umfassende Ney-Methode. In dieser Zeit erweiterte er seine künstlerische Sprache durch die Erforschung verschiedener Musikstile und Instrumente. Er arbeitete auch mit der Gruppe Rastak zusammen und schuf innovative Arrangements traditioneller Musik. Im Jahr 2011 nahm sein künstlerischer Weg eine entscheidende Wendung, als er nach Spanien zog. Ursprünglich plante er, sein Studium in Wien fortzusetzen, ließ sich jedoch schließlich in Madrid nieder, wo er seine Karriere auf die Aufführung, den Unterricht und die Verbreitung persischer Musik ausrichtete. Er gründete mehrere Projekte, die Musik, Poesie und Tanz verbinden, darunter Yaran Ensemble, Nasim Saba und später Parvaaz. Zwischen 2011 und 2018 veröffentlichte er mehrere Alben in Spanien, darunter Ofogh, Ney & Spanish Guitar, Sonido del Oriente und Kereshmeh, die neue Perspektiven auf die persische Musik eröffneten. Im Jahr 2021 schuf er zusammen mit der Choreografin Patricia Álvarez die Bühnenproduktion Kereshmeh, eine experimentelle Performance, die beim Arrels Festival in Valencia und in der Framed Foundation in Berlin präsentiert wurde. Sarvarian hat international zusammengearbeitet, unter anderem beim Austrian World Music Award 2016 mit dem Jazz-Fusion-Ensemble unter der Leitung von Mahan Mirarab. 2019 veröffentlichte er Madar mit der arabischen Fusionsgruppe Darawish und wirkte zudem als Gastmusiker bei Sinouj mit. Der Unterricht bleibt ein zentraler Bestandteil seiner Arbeit. Nach mehr als zwölf Jahren Lehrtätigkeit in Spanien, sowohl persönlich als auch online, hat er zwei pädagogische Bücher veröffentlicht: Ornamente der persischen Musik für Ney und Tombak-Methode. 2021 nahm er an Ritual teil, einem Projekt von Ana Alcaide, das von persischer Musik und Poesie inspiriert ist. Seit 2018 ist er Mitglied der Kulturstiftung CdM (Capella de Ministrers) in Valencia und arbeitet an Projekten unter der Leitung von Carles Magraner mit, wie Die Seidenstraße, Das Halsband der Taube (ausgezeichnet als bestes Album für Alte Musik 2023) und Der Sohn des Augenblicks. Sarvarian leitet Parsinava, ein Projekt, das einen Dialog zwischen persischer Musik und Jazz schafft. Seine künstlerische Reise in Spanien hat ihn auch dazu geführt, arabische Musiktraditionen zu erforschen. Seine Zusammenarbeit mit dem syrischen Oud-Spieler Hames Bitar mündete in das Album When the Sun Rises (2023). Derzeit entwickelt er ein pädagogisches Projekt mit der australischen Flötistin Marie Heinrich und arbeitet an einer Reihe von Büchern über persische Musik für Flöte sowie an der Komposition des nächsten Parsinava-Albums. Zudem arbeitet er an einem persischen Tribal-Chillout-Album mit Javier Paxariño, dem zweiten Album des Cardamom Trio und präsentiert neue Duo-Projekte: Kaveh & Elyar Performance sowie das Sarvarian & Wasserman Duo.

Selected Repertoire

  • Klassische persische Musik: Traditionelle Interpretation von Ney und Tombak.
  • Parsinava: Experimenteller Dialog zwischen Jazz und persischer Tradition.
  • Alte Musik: Programme über die Seidenstraße und das Mittelalter.
  • Mediterrane Fusion: Arabische Musik und Klänge des Orients.
  • Zeitgenössische Komposition: Eigene Werke für Streichquartett und Flöte.